Gartenarbeiten im Juli

 


Im Juli schöpfen wir bei fast allen Gemüsearten aus dem Vollen.

Häuptelsalat verziert mit bunten Blattsalaten den Mittagstisch.

Radieschen oder Rettiche ergänzen die Jause.

Kohlgewächse wie Kohlrabi, Karfiol, Brokkoli sowie Frühkraut und Frühkohl sind auch laufend zu ernten und sind so vielseitig verwendbar.

Gemüsegarten    Obstgarten    Dünger

 

Gemüsegarten

Reiche Ernte - Weniger ist oft mehr!

Jetzt kommt auf, wer klug gesät und gepflanzt hat. Wenn der Brokkoli blüht, die Radieschen pelzig werden und die Fisolen hart, dann ist man eindeutig zu spät dran. Die meisten Gemüsearten schmecken jung geerntet am besten. Man baue also nicht gleich ein ganzes Beet voll an, sondern eher weniger, dafür 14 Tage später noch einmal. Besonders beim Häuptelsalat hat sich das bewährt.

 

Mangold ernten

Acht bis zehn Wochen nach der Aussaat kann man Mangold bereits ernten. Schneidet man die Blätter so, dass die Herzen übrigbleiben, lässt sich nach einiger Zeit wieder ernten und das bis in den Winter hinein. Die roten und gelben Sorten haben dickere, fleischigere Blattrippen und werden als Stielmangold bezeichnet.

 

Das Zucchini- Dilemma

Sehr viel Platz brauchen Zucchinipflanzen im Garten. Eigentlich reicht eine einzige Staude aus aber da gibt es öfter Probleme mit der Bestäubung. Besser sind also zwei Pflanzen, da ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass männliche und weibliche Blüten gleichzeitig aufgehen. Wenn aber bei nasskühlem Wetter niemand von Blüte zu Blüte fliegt, empfiehlt es sich, die Zucchini selbst zu bestäuben. Einfach eine männliche Blüte pflücken und mit dessen Blütenstaub die Stempel der weiblichen Blüten berühren.

Die männliche Blüte hat nur einen dünnen Stängel, keinen Fruchtansatz. Die Pflanzen haben auch weibliche Blüten. Man erkennt bereits deutlich die spätere Frucht. Eine gelbe Spitze an der vertrockneten Blüte hat die unbefruchtete Zucchini, später beginnt sie hier zu faulen. Wenn aber die Zucchini gut gedeihen, hat man bald ein Überangebot und kommt mit dem Verarbeiten kaum nach.

 

Neue Aussaat von Brokkoli, Chinakohl & Co

Wenn Beete leer geworden sind, kann man jetzt noch gut Buschbohnen anbauen oder Brokkoli und Karfiol pflanzen. Rote Rüben wachsen ebenfalls noch. Sie werden nicht mehr so groß, aber das ist ja gerade das Gute daran. Chinakohl wird ab Mitte Juli gesät. Zu früh gesät, besteht die Gefahr des Schossens: Der Chinakohl wächst dann aus und bildet keine festen Köpfe. Der Reihenabstand beim Anbau beträgt 40 cm. Da Chinakohl bei Erdflöhen beliebt ist und Ende Juli auch gern die zweite Generation von Kohleulen und Kohlweißling unterwegs ist, bewährt sich ein Insektenschutznetz.

 

Fenchel mit Salat pflanzen

Gemüsefenchel wird jetzt auf ein frisch vorbereitetes, mit Kompost versorgtes Beet gepflanzt. Hält man einen Abstand von 30 x 30 cm ein, kann man dazwischen jeweils eine Reihe Salat pflanzen, der geerntet wird, bevor der Fenchel den Platz braucht. Sollte man im dünnen Fenchellaub Raupen entdecken, wird es spannend. Einige der schönsten Schmetterlinge legen ihre Eier auf Fenchel ab. Hier lohnt es sich, auf eine Knolle zu verzichten und sich etwa über den Schwalbenschwanz zu freuen.

 

 

GRÜNE BLÄTTER FÜR DEN HERBST

Die klassischen Herbst- und Wintersalate werden jetzt angebaut. Endivien, Chinakohl und Zuckerhut, außerdem Feldsalat und Spinat.
Früher wurden Endivien zusammengebunden, damit er innen schön hell wurde. Er war sehr bitter und wurde vor dem Anrichten als Salat in Wasser eingeweicht und ausgedrückt. Die heutigen Sorten wachsen auch ohne Binden und das Bittere wurde ihnen weitgehend weggezüchtet.

 

Bitterstoffe

Bitterstoffe regen die Verdauung an. Magen, Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse produzieren Verdauungssäfte und Enzyme. Sie sind für eine gesunde Verdauung wichtig, fehlen aber meist in unseren Lebensmitteln. (www.zentrum-der-gesundheit.de)

In Lattichgewächsen (Endivie, Chicoree) ist Laktucopikrin (veraltet Intybin) enthalten, das in Laborversuchen einen schmerzstillenden Effekt zeigte und sogar gegen Malaria wirken soll. Cynarin kommt in Artischocken vor. Koffein und Theobromin wirken aufs Gehirn. Die bitterste natürliche Substanz ist Amarogentin in der Enzianwurzel. Der Bitterstoff ist selbst in einer Verdünnung von 1 zu 58 Millionen noch wahrnehmbar.Cucurbitacin kommt in Zierkürbissen vor. Wenn Kürbisgewächse aber bitter schmecken, so sind diese giftig.

 

Spinat einfach überall anbauen

Wo Flächen nicht mehr bepflanzt werden, kann ab Anfang August Spinat angebaut werden. Wenn nicht so viel geerntet wird, dient er als Bodenbedeckung und Gründüngung. Spinat wird 3 cm tief gesät. Er soll festen Erdkontakt haben. Man kann nach dem Schließen der Saatrillen das Beet mit der Schaufel fest anklopfen.

 

 

Obstgarten

Sommerbaumschnitt

Steinobst wird in der Regel nach der Ernte geschnitten, doch auch bei Kernobst kann der Wuchs, die Krone, die Fruchtbarkeit und die Qualität des Obsts positiv beeinflusst werden. Vor allem starkwüchsige Bäume und solche, die verjüngt worden sind, sollen geschnitten werden. Der beste Zeitpunkt ist Ende Juli bis Mitte August.

Konkurrenztriebe und für den Kronenaufbau nicht benötigte Triebe werden entfernt. Wassertriebe, die nicht bereits abgerissen wurden, werden jetzt abgeschnitten. Will man den Baum zur Bildung von Blütenknospen anregen, so sind die Zweige bis auf einen Winkel von 30 Grad herabzubinden. Das Entfernen überflüssiger senkrechter Triebe führt zu einer besseren Licht- und Nährstoffversorgung der verbleibenden Triebe. Dadurch können sich kräftige Blütenknospen bilden. Mehr Licht bedeutet auch besser ausgefärbte Früchte.

Doch Achtung: Sonnenbrandgefahr!
Nicht an extrem heißen Tagen schneiden. Kranke Pflanzenteile sollen jederzeit großzügig und sauber entfernt werden. Die Wunden verschließen sich im Sommer schneller und durch die luftigere Krone gibt es weniger Pilzinfektionen. Der Sommerschnitt bremst auch deutlich das Wachstum zu stark wachsender Bäume.

Aus: Der Sommerschnitt von Obstgehölzen von Ing. Michael Pucher.

 

Erdbeerbeet vorbereiten

Nach der Ernte schneidet man das oft von einem Pilz befallene, zerlöcherte Erdbeerlaub über dem Herz ab und entfernt es. Der Boden wird etwas gelockert und gedüngt und die Ausläufer werden beseitigt – es sei denn, man braucht sie für eine Neupflanzung. Dann soll man aber nicht die schönsten Jungpflanzen nehmen, sondern jene von den besttragenden Pflanzen. Sonst setzt man auf Wachstum statt auf Fruchtertrag. Die Jungpflanzen dürfen nicht zu tief gepflanzt werden. Das Herz sollte dicht über dem Boden stehen.

 

 

Dünger

Das Guano-Experiment
Ein super Dünger - aber nur für erfahrene Gärtner

Ich habe heuer von Josef Wadl vom Frankenburger Naturschutzbund Fledermausguano bekommen und für verschiedene Pflanzen verwendet. Besonders wichtig ist die Dosierung, bzw. Mischung oder Verdünnung. Sonst «verbrennt» man seine Pflanzen schnell mit dem wirksamen Dünger. «Weniger ist mehr» muss hier das Motto lauten, wie bei vielen anderen Dingen auch. Fledermausguano ist ein wertvoller Biodünger. Er besteht aus den unverdaulichen Resten der Beutetiere (Teile der Insektenpanzer) und ist reich an Stickstoff und anderen wichtigen Pflanzennährstoffen.

Der Kot des Mausohrs enthält durchschnittlich folgende Anteile an Nährstoffen (nach P.E. Zingg):
Stickstoff 5,5 %,
Phosphor 2,1 %,
Kalium 1,0 %,
Calcium 0,6 %,
Magnesium 0,8 %
Der pH-Wert liegt bei 7,5.

Verwendung als Pflanzendünger:
2-3 EL auf 1 l Wasser, eine Woche vor dem Gießen stehen lassen.
3-4 EL unter die Erde eines Blumenkistchens mischen.

Verwendung im Garten:
Zu Starkzehrern (Kohl, Tomaten, ...)